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Karl Bölling


Karl Heinrich Bölling ( * 27.11.1866 Bölhorst ; + 16.03.1939 Barkhausen) war Kirchen- und Gemeindediener.


Das bewegte Leben des Karl Heinrich Bölling: Ein Barkhauser Urgestein

Karl Heinrich Bölling, geboren am 27. November 1866 auf der Bölhorst, verbrachte sein gesamtes Leben in der Region und wurde zu einem festen Bestandteil der Gemeinde Barkhausen. Sein Leben war geprägt von frühen Verlusten, beruflicher Entwicklung und einem tiefen Engagement für seine Heimat.

Kindheit und frühe Verluste

Karls Familie war von Schicksalsschlägen gezeichnet. Seine Eltern waren Friedrich Gottlieb Bölling (1832–1872) und Charlotte Caroline Friederike Louise Lübking (1831–1870). Er wuchs mit seinen älteren Geschwistern Sophie, Justine und Hermann auf. Traurigerweise musste die Familie auch den Verlust zweier jüngerer Schwestern im Säuglingsalter verkraften. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1870 heiratete sein Vater erneut. Aus dieser Ehe mit Hermine Wiesinger ging 1872 sein Halbbruder Friedrich hervor. Nur kurz vor dessen Geburt verstarb jedoch auch Karls Vater. Als Vollwaise wuchs er fortan mit seinen Geschwistern bei seiner Stiefmutter auf, die 1873 Friedrich Köster heiratete und ihnen ein neues familiäres Umfeld bot.

Familiengründung in Barkhausen

Im Alter von 25 Jahren heiratete Karl Heinrich Bölling am 15. September 1892 in Dützen, Minden, Friederike Justine Charlotte Kraul (1870–1959) aus Barkhausen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits in Barkhausen niedergelassen, dem Ort, der fortan sein Zuhause sein sollte. Das Paar hatte vier Söhne und drei Töchter. Tragischerweise verstarb der erste Sohn kurz nach der Geburt im Jahr 1893.

Beruflicher Werdegang im Dienst der Gemeinde

Karl Heinrichs berufliches Leben begann bescheiden. Im Jahr 1892 war er als Knecht tätig, gefolgt von einer Anstellung als Tagelöhner, Arbeiter und Fabrikarbeiter im Jahr 1894. Eine Wendung nahm sein Berufsleben ab 1899, als er die Position des Gemeinde- und Kirchendieners in Barkhausen antrat. Diese Stellung sollte er über einen langen Zeitraum innehaben und sie bot ihm eine gewisse Stabilität.

Die Protokolle aus jener Zeit zeugen von seinen vielfältigen Aufgaben und der Wertschätzung seiner Arbeit:
25. April 1912: Er wurde aufgefordert, sich täglich beim Vorsteher einzufinden, um anliegende Angelegenheiten zu erledigen – ein Zeichen seiner zentralen Rolle.
27. Mai 1914: Sein Gehalt wurde auf Antrag von 300 auf 350 Mark erhöht, was seine steigende Bedeutung und die Anerkennung seiner Leistungen unterstreicht.
20. Mai 1919: In Zeiten der Inflation erhielt er eine einmalige Teuerungszulage von 200 Mark, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten abzufedern.
31. Juli 1925: Für das Ein- und Ausschalten der elektrischen Straßenbeleuchtung im Winter 1924/25 wurden ihm 100 Mark bewilligt, was seine Zuständigkeit für öffentliche Dienste verdeutlicht.
9. Juli 1927: Für eine Bekanntmachung mit der Schelle, die er 6 1/2 Stunden lang in der Gemeinde durchführte, erhielt er 4,85 Mark, was seine Rolle als Informationsvermittler unterstreicht.

Lebensabend und Vermächtnis

Karl Heinrich Bölling verstarb am 16. März 1939 im Alter von 72 Jahren in Barkhausen, Porta Westfalica, an Herzleiden. Er lebte zuletzt in der Karlstraße 3. Er hinterließ seine Frau Friederike Justine Charlotte und seinen Sohn Carl Friedrich Wilhelm, die sein Vermächtnis in Barkhausen weitertrugen. Karl Bölling bleibt als eine Persönlichkeit in Erinnerung, die ihr ganzes Leben der Region widmete und durch ihren Dienst an der Gemeinde zum Wohl Barkhausens beitrug.


Mitglied im Rassegeflügelzucht-Verein "Phönix" Barkhausen1)


Eintrag in gen.barkhausenporta

1)
Foto der Mitglieder vom Geflügelzuchtverein „Phönix“ von 1912
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