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geschichte:biografien:b:brauns_wilhelm

Wilhelm Brauns


Wilhelm „Willi“ Brauns (* 02.06.1911 in Barkhausen; + 12.01.1984 ebenda) war NSDAP Mitglied und Geschäftsführer der Ortsgruppe Barkhausen.


Entnazifizierungsakte

1)Auszüge:

A. Persönliche Angaben

6. Gegenwärtige Anschrift Barkhausen an der Porta, Portastraße 37

8. Ständiger Wohnsitz von 1933-1945
1933-1934 Barkhausen an der Porta, Portastraße 37
1934-1937 Münster in Westfalen, Sentmaringerweg 21
1937-1939 München, Mauerkircherstraße 11
1939-1944 Recklinghausen, Hardstraße 1

13. Religion gottgläubig 14. Welcher Kirche gehören Sie an? keiner
15. Haben Sie je offiziell oder inoffiziel Ihre Verbindung mit einer Kirche aufgelöst? ja 16. Falls ja, geben Sie Einzelheiten, Gründe und Zeitpunkt an: 1935. Da ich mit den Anschauungen der evangelischen Kirche nicht einig gehe.

B. (Volks-) Grundschul- und höhere Bildung


Volksschule Barkhausen 1918-21
Mittelschule Minden 1921-27 mittlere Reife
kaufmännische Berufsschule Minden 1927-1930 Abschlussprüfung

D. Nennung, in zeitlicher Reihenfolge, aller Beschäftigungen und Anstellungen, ebenso aller Militärdienstleistungen, seit dem 1. Januar 1931

1927-1930 Tuchgroßhandlung W. Schmidt, Minden; Lehrling; Lehre beendet
bis 10/1930 Tuchgroßhandlung W. Schmidt, Minden; Angestellter, Abteilungsleiter; arbeitslos
03/1933-1934 Kreisleitung NSDAP Minden; Adjutant des Kreisleiters, Geschäftsführer der Kreisleitung; versetzt nach Münster
1934-1937 Gauleitung NSDAP-Münster; Hauptstellenleiter, Verwaltung und Propaganda-Abteilung; Versetzung nach München
1937-1939 Reichsleitung München Org. Amt; Stellenleiter Verwaltung, H.-Stellenleiter Org. Amt; Versetzung nach Recklinghausen
1939-1940 NSDAP; Gauleitung Münster Kreisleitung in Recklinghausen; Einberufung Wehrmacht

32. Eisernes Kreuz Klasse I. und II.; Kriegsverdienstkreuz Klasse II. mit Schwertern, wegen Tapferkeit vorm Feinde und für Verdienste in Norwegen; Verwundetenabzeichen in schwarz.

E. Mitgliedschaften

34. NSDAP 1930-1945, Nummer 242763, Kreisleiter 01.03.1939
38. SA 1931-1932, Scharführer
99. Westwall-Ehrenzeichen für Tätigkeit in der Org. Todt; Ehrenzeichen für 10jährige akt. Tätigkeit in der Partei; Ostmark-Medaille

F. Mitgliedschaft oder Nebendienst (Mitarbeit) in anderen Organisationen

02/1936-03/1936, I.E.B. 37, Lehrgang, Unterführer Lehrgang
03/1941-01.11.1942, I.R. 362, Gefreiter (04.08.1941) Unterführer, Unteroffizier (19.11.1941) Gruppenführer, Feldwebel (12.09.1942) Zugführer, Leutnant (14.11.1942) Zugführer
01.11.1942-07/1944, I.D. 196, Leutnant Kompanieführer

H. Einkommen, Vermögen und Besitz

1931-1933, arbeitslos, kein Einkommen
1934, Kreisleitung NSDAP Minden, 1.800 RM
1935, Kreisleitung NSDAP Minden, 2.400 RM
1936, Gauleitung NSDAP Münster, 3.600 RM
1937, Gauleitung NSDAP Münster, 4.200 RM
1938, Reichsleitung NSDAP München, 4.200 RM
1939, Kreisleitung NSDAP Recklinghausen, 5.200 RM
1940, Kreisleitung NSDAP Recklinghausen, 6.000 RM
1941, Kreisleitung NSDAP Recklinghausen, 6.000 RM
1942, Kreisleitung NSDAP Recklinghausen, 6.000 RM
1943, Kreisleitung NSDAP Recklinghausen, 6.000 RM
1944, Kreisleitung NSDAP Recklinghausen, 6.000 RM
1945, ohne Einnahmen

Grundstück und Haus meiner Eltern in Barkhausen, Portastraße 37 (ererbt von meinen Grosseltern)

I. Reisen oder Wohnsitz im Ausland

118. Portugal, Oktober 1938, Kraft durch Freude
Holland, Herbst 1942, Besuch eines Bekannten in Amsterdam

121. In Holland, habe ich Familie Schmidt besucht. Er war beim Reichskomm. beschäftigt.
123. vom März bis April 1938 in Wien. Beim Reichskommar. Gearbeitet in der Abteilung für Einreisegenehmigungen.
128. von 28.02.1946-02.03.1948 im Internierungslager Recklinghausen gewesen.

Zusammenfassung

z.Zt. Hilfsarbeiter
Brauns machte bei seiner Vorladung keinen ungünstigen Eindruck. Aber er war Aktivist im Dienste der Partei (…) Er wird demnach eingereiht in die Kategorie III, kann aber in der Privatwirtschaft seinen Fähigkeiten entsprechend beschäftigt werden. Die Beschränkung gilt bis zum 25.01.1952


Auszug: Stelbrink, Wolfgang, Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe, 2003

Brauns, Willi (Wilhelm): * 2.6.1911 in Barkhausen/ LK Minden; seit 1935 ggl.; Beruf des Vaters Wilhelm: Betreiber eines Möbelgeschäftes in Minden; verh. mit Erika, geb. Breuer; 3 Kinder.

Schule/Ausbildung/Beruf bis ca. 1933:

Volksschule Barkhausen 1918-1921, Mittelschule in Minden 1921-1927 (Mittlere Reife). Kfm. Lehre bei der Firma Tuchhandlung Schmidt in Minden; kfm. Angestellter ebd. bis 10/1930, dann arbeitslos; Aushilfe in einem Fotogeschäft; Kaufmann.

Mitgliedschaften bis 1945:

NSDAP ab 1.5.1930, Nr. 242 176 (OG Barkhausen). Hauptabschnittsleiter seit 15.5.19412) , Bereichsleiter seit 20.4.1944. SA 1931-1932 (Truppführer).

Posten in der NSDAP bis 1932/ Werdegang in Partei u. Beruf 1933-1945:

Geschäftsführer der OG Barkhausen ab 1.4.1932. Ab 1.10.1932 zunächst ehrenamtlicher, ab 1934 hauptamtlicher Kreisgeschäftsführer der NSDAP Minden bis ca. 1935 u. Adjutant des KL Fritz Schmidt (Einkommen 1934: 1800 RM, 1935: 2400 RM).

KL Minden 21.2.1934 bis 5/1934 (in Vertretung von Fritz Schmidt). Hauptamtlicher Gauhauptstellenleiter im Gaupropagandaamt in Münster 1.10.1935 bis 1937 (jährliches Einkommen 1936: 3600 RM); ab 1.4.1937 beim StdF/Organisationsabteilung bis 1.3.1939 als Reichshauptstellenleiter (jährliches Einkommen 1938: 4200 RM); in dieser Zeit zwei Abkommandierungen nach Österreich zu GL Bürckel bzw. nach Wiesbaden zur Betreuung der Westwallarbeiter. Seit 1934 als Abteilungsleiter im Quartieramt, ab 1936/7 als Leiter des Quartieramtes jedes Jahr 2 Monate zur Vorbereitung der Reichsparteitage in Nürnberg tätig.

KL Recklinghausen 1.3.19393) bis 3/1941. Wehrmacht ab 3/1941 bis Kriegsende, zunächst als Gefreiter, ab 11/1941 Unteroffi zier, ab 9/1942 Feldwebel, zuletzt (ab 11/1942) als Leutnant u. Kompanieführer; Lazarettaufenthalt ab 12/1944 in Lüneburg u. Minden; 3.4.1945 bis 12.4.1945 Kampfkommandant Minden. KVK II mit Schwertern, EK II u. I.

Lazarettaufenthalt ab 5/1945 bis 2/1946 in Brandenburg; Internierung ab 1.3.1946 in Recklinghausen. Spruchgerichtsbarkeit: Verurteilung durch die 3. SpK/SpG Recklinghausen am 24.2.1948 zu 1 Jahr u. 6 Monaten Gefängnis (ganz verbüßt durch die Internierung). Revision des Anklägers zurückgenommen.

Entnazififizierung:

HA RB Detmold 25.1.1950: Kat. III, Beschäftigung in der Privatwirtschaft entsprechend seinen Fähigkeiten erlaubt (Beschränkung bis 25.1.1952), Gebühr 20 DM. Wohnsitz nach 1945: 1948 bis 1974 in Barkhausen an der Porta, 1974 bis 1981 in Oldentrup bei Bielefeld bzw. Bielefeld; ab 1.8.1981 wieder in Barkhausen. Beruf: Seit 4.4.1948 beschäftigt bei einem Betonwerk in Porta Westfalica (mtl. 100 RM Verdienst). Um 1949/50 Hilfsarbeiter. Später Kaufmann bzw. Möbelkaufmann4) (offenbar im väterlichen Betrieb) bzw. (in Bielefeld) kfm. Angestellter.5) † 12.1.1984 in Porta Westfalica.6) (BAB - BDC-Akte; BA Ko - Z 42 VI/ 1095; HStAD - NW 1056 HL/ 2482 Karteikarte; NZ, Ausg. H/Recklinghausen 2.3.1939)


1)
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland; NW 1056 / SBE Hauptausschuss Regierungsbezirk Detmold NW 1056, Nr. 2482; (2482) Entnazifizierung Wilhelm Brauns , geb. 02.06.1911 (Angestellter)
2)
Verordnungsblatt Gau Westfalen-Nord 15.5.1941, in: StAM - Gauschulungsamt/ 11
3)
Siehe auch NZ, Ausg. Gelsenkirchen 2.3.1939
4)
Adreßbuch Kreis Minden 1955 bzw. 1960
5)
Adreßbuch Stadt Bielefeld 1975
6)
Mitteilung der Stadt Porta Westfalica vom 22.9.1999
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