Der Weserauentunnel ist eine überdachte Straße mit einer Länge von 1.730 metern.
Straßen.NRW
Landesbetrieb Straßenbau Nordrhei-Westfalen
Niederlassung Minden
Die B 61 ist eine überregionale Verbindung von Lünen (Kreis Unna) über Minden in Nordrhein-Westfalen bis Bassum (südlich von Bremen) in Niedersachsen. Sie verläuft im Südwesten des Ortsteils Barkhausen der Stadt Porta Westfalica und schwenkt mit einem Linksbogen vom alten Verlauf der B 61 nach Norden ab und führt dann etwa parallel zur Weser durch die Porta Westfalica.
Nach der Verknüpfung mit der neuen Weserbrücke beginnt die 1.730 m lange Tunnelstrecke in der Weseraue östlich der Wohnbebauung von Barkhausen. Der Tunnel endet rund 750 m vor der Anschlußstelle mit der B 65. Anschließend verläuft die Trasse im Stadtbereich von Minden östlich parallel zur Wohnbebauung 'Zollern' und endet an der B 61 -Ringstraße mit einem Verteilerkreis, der sogenannten 'Birne', der die B 61 alt, die B 61 n, die B 65 und die L 534 aufnimmt.
Ziel dieser Baumaßnahme ist es, das Verkehrsaufkommen in der Ortschaft Barkhausen zu reduzieren und den Durchgangsverkehr aus dem Ort herauszuhalten.
Dazu wurde die zweispurige Weserbrücke in der Porta abgebrochen und durch den nach Süden verschobenen Neubau einer zweispuri¬gen Weserbrücke ( mit Verknüpfungsspuren vierspurig ) ersetzt, die die Verbindung zwischen der B 61 links und der B 482 rechts der Weser herstellt.
Der Bauabschnitt zur Tieferlegung der B 482 wurde von Februar 1993 bis April 1996 erstellt, die Baukosten betrugen 21,5 Mio. DM.
Die Weserbrücke wurde von Februar 1993 bis Dezember 1995 erstellt, die Baukosten betrugen 33,6 Mio. DM.
Der Bauabschnitt von der B 65 bis zur 'Birne' wurde von Januar 1992 bis Oktober 1996 erstellt, die Baukosten betrugen 31,6 Mio. DM.
Nach einer Planungsphase von fast 30 Jahren wurde im Frühjahr 1998 die Ausschreibung zum Neubau der B 61 zwischen Minden und Porta Westfalica, 'Weserauentunnel' öffentlich bekannt gegeben. Die Submission für die Angebote war am 09.06.1998 beim damaligen WSBA Minden.
Der Auftrag mit einer Bausumme von ca. 100 Millionen DM ist der Arbeits¬gemeinschaft Bilfinger + Berger / Köster-Bau (Arge Weserauentunnel) auf der Grundlage eines sogenannten Nebenangebotes am 19.08.1998 erteilt worden. Die ersten Bauwerkspläne wurden im Oktober 1998 zur Prüfung eingereicht. Der Beginn der Bauarbeiten war Mitte November 1998. Die Bauphasen 1-8 zeigen anschaulich, wie der Tunnelbau abgewickelt wird. Eine Änderung des Behördenentwurfes für den Tunnel ist nicht vorgenommen worden. Die Arge Weserauentunnel hat lediglich die Baugrubenwände, die im Behördenentwurf als Schlitzwände ausgeschrieben waren, durch Spundwände ersetzt, die zurückgewonnen werden. Die erzielte Einsparung beträgt ca. 10 Millionen DM. In der vertraglich festgelegten Bauzeit von 700 Arbeitstagen zuzüglich eventueller Hochwassereinflüsse und Schlechtwettertage ist die Baumaßnahme zu erstellen.
Bei den komplexen Arbeiten auf der Baustelle ist Vielseitigkeit gefragt. Erdbau, Rohrleitungsbau, Betonbau und Tunnelbau arbeiten Hand in Hand, um die Vielzahl der Aufgaben zügig zu bewältigen:
Im Rahmen von landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen wird durch Erdanschüttungen das Gelände dahingehend neu gestaltet, daß der gesamte Tunnel ( mit Ausnahme kurzer Teilbereiche ) mit einer 1,50 m starken Überschüttung versehen wird.
Auch wenn die Bauarbeiten insgesamt gut vorangehen:
Bis zur Fertigstellung im nächsten Jahr bleibt für alle Beteiligten noch eine Menge zu tun.
1.1 Mutterbodenabtrag auf der Gesamtbreite
1.2 Herstellen der Baustraße 11,00 m und des Voraushubes auf + 41,85 m NN
1.3 Einbau der Spundwände und der Querschotte
ca. 57.000 m2 Spundwand
ca. 1.500 St. Baugrubenanker
2. Herstellen der Spundwandverankerung
2.1 Einbau der Gurtungen
2.2 Einbau der Anker
2.3 Spannen der Anker mit Hydraulikpressen
2.4 Aushubarbeiten bis auf Endtiefe
3.1 Herstellen der Rüttelinjektionspfähle (Rl-Pfähle) Raster ca. 4 x 4 m, Länge ca. 14,40 m
3.2 Kontrolle der Spundwände
3.2 Kontrolle der Rüttelinjektionspfähle
4.1 Einbau des Unterwasserbetons
4.2 Lenzen der Baugrube
4.3 Säubern der Unterwasserbetonsohle und Nachdichtungen
4.4 Einbau der Außenwandschalung (Wandelementplatten)
4.5 Einbau der Drainschicht ca. 20 - 30 cm dick
4.6 Einbau der Sauberkeitsschicht
ca. 50.000 m3 Unterwasserbeton
ca. 460.000 m3 Bodenaushub
ca. 3.500 St. Rüttelinjektionspfähle
ca. 11.000 t Bewehrungsstahl
5. Herstellen der Tunnelsohle
5.1 Einbau der Bewehrung
5.2 Verlegen von Leitungen und Fugenbändern
5.3 Betoneinbau
je 15 m - Abschnitt ca. 330 m3
6. Herstellen der Tunnelwände und Decke
6.1 Einbau der Wandbewehrung
6.2 Verlegung der Leitungen
6.3 Einbau der Fugenbänder
6.4 Einbau der Deckenbewehrung
6.5 Betoneinbau mit 2 Betonpumpen je 15 m - Abschnitt ca. 500 m3
ca. 150.000 m3 Konstruktionsbeton
7.1 Durchtrennen der Baugrubenanker
7.2 Ausbau der Gurtung
7.3 Ziehen der Spundwände
8.1 Herstellen der Deckenabdichtung
8.2 Schutzbetoneinbau
8.3 Herstellen der Tunnelüberdeckung ca. 1,50 m, davon 1,20 m durchwurzelungsfähiger Boden
8.4 Als Abschluß eine ca. 30 cm dicke Mutterbodenschicht aufbringen
Stand Juli 2001
(WAT = Weser Auen Tunnel)