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Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Minden

von Albert Ludorff, 1902, Auszug

Barkhausen.

Die Gemeinde Barkhausen liegt auf der linken Seite der Weser, nördlich am Fuße des Wittekindsberges. Sie ist 769 ha groß, mit 2100 Einwohnern, darunter etwa 2000 Protestanten und 60 Katholiken (nach Hausberge eingepfarrt).

Der Ort wird einmal genannt unter Bischof Engelbert. 1895 wurde Barkhausen mit Aulhausen eigene Pfarrei (früher zur Martinikirche in Minden gehörend).

Aulhausen (Aulhusen) wird zwischen 1159-64 und 1187 erwähnt.1)

Auf dem Wittekindsberge (Wedigenberg, mons Wedegonis) lebte zu Ende des 10. Jahrhunderts die Clausnerin Thetwif. Bischof Milo von Minden gründete hier ein Nonnenkloster nach der Regel des hl. Benedict, welches Otto III. 995 in seinen Schutz nahm. Der folgende Bischof Ramward verlegte es 1000 in die Stadt Minden (Marienstift). Die Margarethenkapelle auf dem Berge wird zuerst 1224 erwähnt mit einer klösterlichen Niederlassung. Der Edelvogt Widekind vom Berge besaß die Vogtei über die „Kirche“. Geistliche daselbst werden erwähnt 1267, 1278, 1428.

Nach Hermann von Lerbecke hatten unter Bischof Widekind II. (1369-83) die Franziskaner auf dein Wittekindsberge eine Kapelle „und anderes„ erbaut. Noch im Anfang des vorigen Jahrhunderts war die Kapelle im Besitz der Katholiken.2)

Das Schloß Wedigenstein (castrum Wedegonis) wird zuerst erwähnt bei Gründung des Klosters auf dem Berge. Ende des 13. Jahrhunderts war es im Besitz der Edlen vom Berge. Mit dem Erlöschen dieses Geschlechtes kam es 1398 an das Bisthum Minden, von dem es oftmals verpfändet wurde. Nachher war es Eigenthum des Domkapitels, welches 1780-90 die Gebäude wegen Baufälligkeit abtragen ließ. Nach Aufhebung des Kapitels kam Wedigenstein in den Besitz des preußischen Fiskus, welcher es 1817 dem Amtsrath Schumacher überließ; dieser baute das jetzt bestehende Haus Wedigenstein.3)

1)
Holscher 334. Regesta 1868. 2209. Mon. Germ. Scipt. XIII, 289.
2)
Holscher 334 f. Erhard, Regesta 674. 701. Hermann von Lerbecke 167. Würdtwein, Subsidia VI, 95. Novasudsidia IX, 163. Chronicon bei Pistorius 810. 817. Urkundenbuch 142. 867. 868. 1118. von Ledebur in den Provinzialblättern 1, 2, 15O-152. Haarland, ebendaselbst IV, 1, 55—73.
3)
von der Horst 178. Hermann von Lerbecke 198. 200. 203. Urkundenbuch 1013. Provinzialblätter II, 4. 170. 176. 180. 182. Schröder 314. 318. 331. 350. 437.